Studium Generale

Irdisches Paradies – Hölle auf Erden?

Modelle einer idealen Gesellschaft
Schon immer träumte die Menschheit von einer glücklichen Gesellschaft. Da die bittere Realität die Menschen in die Religionen mit ihren jenseitigen Glücksversprechen flüchten ließ, wollten Utopien „auf Erden schon das Himmelreich errichten.“ Sie waren Gegenentwürfe zur Vertröstung durch den Glauben und wollten eine ungerechte Gesellschaft verbessern. Leider scheiterte oft die Verwirklichung dieser Ideen an der rauen Wirklichkeit, ja manche Utopien entpuppten sich als Anti-Utopien, die statt paradiesischer Zustände die Hölle auf Erden vorbereiteten. Die Vorträge zeigen die Entwicklung von den irdischen Paradiesen bis zu den düsteren Zukunftsaussichten der negativen Utopien.
1 Das irdische Paradies in verschiedenen Kulturen.
Der Garten Eden, das Paradies der Bibel, war stets ein Sehnsuchtsort der Menschen. Sowohl in Europa als auch in Asien war das Paradies meist mit der Vorstellung eines zauberhaften Gartens verknüpft. Später kamen noch das Schlaraffenland, der Jungbrunnen und Eldorado als Orte des Glücks, der Lust und des Genusses dazu. Heute sind „Künstliche Paradiese“ Ersatz für das verlorene Paradies, das „Goldene Zeitalter“. An zahlreichen Beispielen aus der bildenden Kunst vermittelt der Vortrag die unterschiedlichsten Paradiesvorstellungen.
2. Atlantis, die glückliche Insel
Der Atlantis-Mythos – von Platon überliefert - hat die Menschen stets fasziniert. Eine glückliche Gesellschaft auf einer Insel wird durch eine Naturkatastrophe vernichtet. Atlantis hat man in verschiedenen Meeren vermutet, abenteuerliche Theorien wurden in fast 30.000 Büchern aufgestellt. Neuere Ausgrabungen verlegen den Ort des Geschehens nach Santorin, einer griechischen Insel, die durch einen gigantischen Vulkanausbruch zerstört wurde. So erweist sich der Mythos als historische Tatsache. Die neuesten Forschungsergebnisse werden durch Bilder dokumentiert.
3. Die Utopien von Plato bis Marx
Im Gegensatz zum heutigen negativen Verständnis von utopisch – unerfüllbar, realitätsfern – glaubten die Verfasser der Utopien an die Verwirklichung ihrer Ideen. Schon Platon entwirft in seiner „Politeia“ ein Gesellschaftsmodell, das sowohl Thomas Morus, der den Begriff der Utopie geprägt hat, und Karl Marx beeinflusst hat. Dessen Ziel einer „klassenlosen Gesellschaft“ scheiterte allerdings in den kommunistischen Staaten. Alle Utopien entstehen in Zeiten sozialer Missstände, die im Vortrag eingehend beleuchtet werden.
4. Die klassischen Anti-Utopien des 20.Jahrhunderts
Selten haben Utopien zukünftige Entwicklungen so treffsicher prognostiziert wie Huxleys „Schöne neue Welt“ und Orwells „1984“. Die Fortschritte der Biochemie und künstlichen Befruchtung nimmt Huxley vorweg, während Orwells „1984“ mit seiner „Neusprache“ die Wahrheit unterdrückt und deshalb in unserer Zeit der „fake news“ und „Alternativen Fakten“ besonders aktuell ist. Zudem sind wir durch die weltweite Vernetzung, dem Internet und dem Datendiebstahl dem „gläsernen Menschen“ und einer lückenlosen Überwachung wie in “1984“ näher gerückt.


4 Abende, 15.11.2018 - 06.12.2018
Donnerstag, wöchentlich, 19:30 - 21:00 Uhr
4 Termin(e)
Peter Heydenreuter, Studiendirektor a. D.
A107
Gymnasium Füssen, Dr.-Enzinger-Str. 5, 87629 Füssen, Raum 114, 1. OG
Kursgebühr:
32,00
Belegung: 
 (Plätze frei)